Von Thomas Pernpeintner · PERNI – Dein Wegbegleiter
Du sagst zu, obwohl dein Kalender voll ist. Später ärgerst du dich über den Druck. Selbstreflexion kann hier mit einer kleinen Frage beginnen: Was hat meine Entscheidung geleitet? Eine konkrete Situation reicht, um etwas für die nächste Entscheidung mitzunehmen.
Was mit inneren Antreibern gemeint ist
Sätze wie „Ich muss alles richtig machen“ oder „Ich darf niemanden enttäuschen“ können als innere Regeln wirken. „Antreiber“ ist hier eine alltagssprachliche Beschreibung solcher Erwartungen. Daraus folgt weder eine Diagnose noch ein fester Persönlichkeitstyp.
Die hilfreiche Seite darf sichtbar bleiben: Sorgfalt unterstützt verlässliche Arbeit, Hilfsbereitschaft unterstützt andere Menschen. Prüfe aber, ob deine Regel Spielraum lässt. „Ich möchte sorgfältig arbeiten“ erlaubt andere Entscheidungen als „Ich darf niemals einen Fehler machen“.
Fünf Fragen für eine überschaubare Situation
- Was ist tatsächlich passiert? Beschreibe beobachtbare Worte oder Handlungen.
- Was habe ich daraus geschlossen? Trenne die Deutung von dem, was du weißt.
- Welche Erwartung hat mich geleitet? Formuliere einen Satz, etwa „Ich muss sofort helfen“.
- Was hat meine Entscheidung ermöglicht und gekostet? Denke an Zeit, andere Zusagen und eigene Bedürfnisse.
- Welche andere Antwort wäre möglich gewesen? Suche eine konkrete Formulierung, die zu deinen Möglichkeiten passt.
Beispiel: eine zusätzliche Aufgabe übernehmen
Das Beispiel ist erfunden: Laura erhält kurz vor Feierabend eine Bitte um Unterstützung. Sie sagt sofort zu und verschiebt ihre eigene Abgabe. Ihre innere Regel könnte lauten: „Wenn jemand Hilfe braucht, muss ich sofort da sein.“ Das ist zunächst ihre eigene Vermutung.
Eine flexiblere Regel wäre: „Ich möchte helfen und prüfe vorher, was ich zuverlässig übernehmen kann.“ Dazu passt: „Heute kann ich zehn Minuten auf die Gliederung schauen. Für eine vollständige Prüfung habe ich morgen Zeit.“ So kann Laura ihre Hilfsbereitschaft behalten und eine klare Grenze aussprechen.
Beobachtung und Erklärung auseinanderhalten
„Bis heute Mittag kam keine Antwort“ ist eine Beobachtung. „Die Person ist enttäuscht von mir“ ist eine Deutung. Welche Belege sprechen dafür? Welche anderen Erklärungen sind möglich? Wenn die Antwort wichtig ist, kann Nachfragen sinnvoll sein.
Das Prüfen von Gedanken anhand von Belegen und alternativen Sichtweisen beschreibt auch der NHS. Die Fragen hier sind eine eigene Reflexionshilfe, kein diagnostischer Test.
Ein Ergebnis darf klein sein
Ein brauchbares Ergebnis kann ein Satz sein, den du beim nächsten Mal ausprobieren möchtest. Du musst keine vollständige Erklärung deiner Lebensgeschichte finden. Wenn du dich im Kreis drehst, lege die Notizen zur Seite. Bei starker Belastung pausiere; anhaltende oder starke psychische Belastung gehört professionell eingeordnet. Diese Anregungen ersetzen keine Behandlung.
Zum Weiterlesen: Grenzen setzen und Zusagen klar formulieren.
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Thomas Pernpeintner · PERNI – Dein Wegbegleiter
Sachbuchautor mit beruflichem Hintergrund in Licht, Beratung, Vertrieb und Führung.

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