Von Thomas Pernpeintner · PERNI – Dein Wegbegleiter
„Wir brauchen 500 neue Leuchten.“ Das klingt nach einem klaren Auftrag. Tatsächlich kennst du zunächst eine genannte Menge. Was der Kunde erreichen möchte und welche Bedingungen die Lösung erfüllen muss, bleibt offen. Kundenbedarf erkennen beginnt damit, diese Fragen gemeinsam zu klären.
Wunsch, Kriterium und Anliegen unterscheiden
Ein Produktwunsch ist ein Ausgangspunkt. Ein Entscheidungskriterium beschreibt, woran eine Lösung gemessen wird. Ein Anliegen erklärt, weshalb etwas wichtig ist. Diese Unterscheidung ist eine Gesprächshilfe; sie erlaubt dir nicht, verborgene Motive sicher zu erraten.
„Die Montage muss im laufenden Betrieb möglich sein“ beschreibt ein Kriterium. Dahinter könnte das Anliegen stehen, Betriebsunterbrechungen zu vermeiden. Ob das wirklich der entscheidende Grund ist, muss der Kunde bestätigen.
Sieben Fragen zur Bedarfsklärung
- Anlass: Warum beschäftigen Sie sich gerade jetzt mit dem Thema?
- Situation: Was funktioniert gut, und wo entsteht Aufwand oder Unzufriedenheit?
- Ziel: Was soll nach der Veränderung konkret besser sein?
- Maßstab: Woran erkennen Sie, dass die Lösung passt?
- Rahmen: Welche Termine, Budgetgrenzen und betrieblichen Bedingungen zählen?
- Beteiligte: Wer nutzt, prüft und entscheidet mit?
- Nächster Schritt: Welche Information fehlt, und wer klärt sie bis wann?
Arbeite die Fragen nicht mechanisch ab. Höre zu und frage dort nach, wo eine Antwort unklar bleibt. „Was meinen Sie hier mit zuverlässig?“ kann hilfreicher sein als die nächste vorbereitete Frage.
Ein fiktives Gespräch
Kunde: „Wir brauchen neue Leuchten, möglichst günstig.“
Beratung: „Was soll sich durch den Austausch vor allem verbessern?“
Kunde: „Weniger Störungen und keine langen Unterbrechungen bei der Montage.“
Beratung: „Dann sollten wir neben dem Preis Betriebssicherheit und Montageablauf prüfen. Welche Ausfallzeiten sind dokumentiert?“
Damit ist noch keine technische Lösung verkauft. Es gibt aber einen prüfbaren Arbeitsauftrag. Die Stückzahl bleibt eine Annahme, bis Bestand, Nutzung und Planung geklärt sind. Auch eine Entscheidung gegen den Austausch kann ein Ergebnis sein.
Bestätigte Angaben und Annahmen trennen
Notiere nach dem Gespräch drei Abschnitte: bestätigte Ziele, offene Annahmen und vereinbarte Prüfaufträge. Fasse zum Abschluss zusammen: „Ich habe verstanden, dass Ihnen diese zwei Punkte wichtig sind. Stimmt das?“ Kläre anschließend, wer welche Unterlagen bis wann bereitstellt.
Was tun bei „zu teuer“?
Frage, womit der Kunde vergleicht und welche Leistung er im Angebot erkennt. Eine Budgetgrenze, ein alternatives Angebot und ein unklarer Nutzen sind unterschiedliche Situationen. Ein Rabatt beantwortet diese offenen Fragen nicht. Die Fragen sind Lernhilfen und garantieren keinen Verkaufserfolg.
Zum Weiterlesen: Aktives Zuhören im Vertrieb.
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Thomas Pernpeintner · PERNI – Dein Wegbegleiter
Sachbuchautor mit beruflichem Hintergrund in Licht, Beratung, Vertrieb und Führung.

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