EPBD und GModG: Gebäudemodernisierung, Licht und Gebäudeautomation

Stand der Einordnung: 16. September 2026.

Wer ein Gebäude modernisieren möchte, begegnet schnell den Kürzeln EPBD und GModG. Für die Planung lohnt es sich, europäische Vorgaben, deutsches Recht und die technische Aufgabe im eigenen Gebäude auseinanderzuhalten. Dieser Beitrag gibt Orientierung und eine Checkliste für das Gespräch mit Fachplanern.

EPBD: der europäische Rahmen

EPBD steht für Energy Performance of Buildings Directive. Die Neufassung, Richtlinie (EU) 2024/1275, betrifft die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Sie trat am 28. Mai 2024 in Kraft; die allgemeine Frist zur nationalen Umsetzung war der 29. Mai 2026. Der Rahmen umfasst unter anderem energetische Renovierungen und Gebäudetechnik. Konkrete Projekte müssen anhand der einschlägigen nationalen Umsetzung beurteilt werden. Quelle: Europäische Kommission.

GModG: die deutsche Regelung gesondert betrachten

GModG steht für Gebäudemodernisierungsgesetz. Nach der Veröffentlichung der Bundesregierung vom 29. Juli 2026 ersetzt es das bisherige Gebäudeenergiegesetz; wesentliche Neuregelungen gelten seit diesem Datum. Die dort erläuterten Änderungen betreffen insbesondere die Wärmeversorgung und die Wahl der Heiztechnik. Daraus lässt sich keine pauschale Austauschpflicht für jede vorhandene Leuchte ableiten. Quelle: Bundesregierung.

Was bedeutet das für Licht und Gebäudeautomation?

Für ein Modernisierungsprojekt sind zwei Fragen getrennt zu dokumentieren: Welche Anforderungen gelten für dieses Gebäude? Und welche technische Lösung passt zur Nutzung? Gebäudetyp, Anlagengröße, Bestand, geplanter Eingriff und relevante Fristen gehören deshalb an den Anfang der Prüfung.

Die folgenden Schritte sind eine praktische Planungshilfe. Sie stellen keinen Nachweis dar, dass ein Gebäude gesetzliche Anforderungen erfüllt. Lass die konkrete Rechtsgrundlage, Übergangsregeln und mögliche Ausnahmen durch die zuständige Fachplanung prüfen.

Eine Checkliste für die Bestandsaufnahme

  • Nutzung erfassen: Welche Räume gibt es, wer nutzt sie und zu welchen Zeiten? Unterscheide beispielsweise Büro, Lager und Verkehrsflächen.
  • Beleuchtung dokumentieren: Halte Leuchtentypen, Anzahl, Anschlussleistung, Zustand und vorhandene Unterlagen fest.
  • Betriebszeiten prüfen: Verwende möglichst reale Betriebsdaten. Schätzungen sollten als solche gekennzeichnet sein.
  • Steuerung aufnehmen: Wie wird heute geschaltet oder gedimmt? Welche Sensoren und Schnittstellen sind vorhanden?
  • Beschwerden sammeln: Wo berichten Nutzer von Blendung, schlechter Sicht oder unverständlicher Bedienung?
  • Verantwortung klären: Wer betreibt, wartet und verändert die Einstellungen nach der Übergabe?

Varianten anhand derselben Aufgabe vergleichen

Ein sinnvoller Angebotsvergleich beginnt mit einer gemeinsamen Leistungsbeschreibung. Dazu können Leuchten, Montage, Steuerung, Inbetriebnahme, Dokumentation und Einweisung gehören. Werden diese Positionen unterschiedlich berücksichtigt, sind die Endpreise nur eingeschränkt vergleichbar.

Rechenbeispiel zur Orientierung: Eine angenommene Beleuchtungsanlage mit 2 kW, die 2.000 Stunden im Jahr bei voller Leistung läuft, benötigt rechnerisch 4.000 kWh. Halbiert sich die Leistung bei gleicher Laufzeit, halbiert sich in diesem vereinfachten Beispiel der Verbrauch. Das ist keine Einsparprognose für dein Gebäude: Tatsächliche Laufzeiten, Dimmverhalten und zusätzliche Verbraucher müssen in die Berechnung eingehen.

Die Übergabe gehört zur Modernisierung

Lege schon vor der Beauftragung fest, wie Funktionen geprüft und dokumentiert werden. Wer erklärt dem Team die Bedienung? Wer darf Einstellungen ändern? Wann wird kontrolliert, ob die vereinbarten Ziele im Betrieb erreicht werden? Diese Fragen machen ein Angebot vollständiger und den späteren Betrieb nachvollziehbarer.

Dein nächster Schritt: Sammle Bestandspläne, Verbrauchsdaten und drei konkrete Probleme aus der Nutzung. Bitte die Fachplanung anschließend um eine nachvollziehbare Trennung von gesetzlichen Anforderungen, technischen Empfehlungen und optionalen Verbesserungen.

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